Kinderwunschzentrum Chemnitz - Leipzig

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Wie ist der Ablauf eines Behandlungszyklus?

Nicht immer sind die Ursachen so schnell gefunden, dass sofort eine Behandlung beginnen kann. Jede Behandlung muss sorgfältig geplant werden. Besonders die IVF- und ICSI-Behandlungen erfordern eine perfekte Zeiteinteilung. Denken Sie also eher langfristig. So vermeiden Sie Enttäuschungen und Frustration.
Die IVF-Behandlung besteht aus verschiedenen Phasen, die wir Ihnen kurz schildern wollen. Natürlich wird jede Behandlung individuell auf Sie abgestimmt. Deshalb kann es auch zu Abweichungen von dem hier skizzierten Ablauf kommen.


Vorbereitungsphase

In den meisten Fällen beginnt die Behandlung in der zweiten Zyklushälfte vor dem eigentlichen Stimulationsbeginn (ca 21.Zyklustag). Durch die Gabe bestimmter Medikamente, sogenannter GnRH-Analoga, wird vorübergehend die körpereigene Produktion an Fruchtbarkeitshormonen reduziert. Wir nennen diesen Vorgang Down-Regulation. Damit lässt sich der Stimulationszyklus besser steuern. Ein möglicherweise vorzeitiger Eisprung wird verhindert. Zusätzlich kann der optimale Zeitpunkt für die Auslösung des Eisprungs gewählt werden.


Stimulationsphase


Die eigentliche Stimulation der Eierstöcke mit follikelstimulierendem Hormon (FSH) beginnt meistens am zweiten Tag des Zyklus. Durch Hormonspritzen regen wir mehrere Follikel zum Wachstum an mit dem Ziel, mehrere Eizellen zu gewinnen. Dies erhöht die Chancen der Behandlung. Die Stimulation dauert etwa 11 bis 13 Tage. Die Spritzen können Sie sich selbst geben, wenn Sie es wollen, und müssen dann nicht jeden Tag zum Arzt.

Auslösen des Eisprungs


Sobald die Untersuchungen zeigen, dass der optimale Zeitpunkt zum Auslösen des Eisprungs gekommen ist, in der Regel nach 11 bis 13 Stimulationstagen, wird die FSH-Behandlung abgesetzt. Anschließend wird der Eisprung durch eine hCG-Spritze ausgelöst.


Eizellentnahme


34-36 Stunden später, d.h. am übernächsten Tag nach der hCG-Spritze, werden die Follikel mit Hilfe der Ultraschalltechnik und einer feinen Nadel durch die Scheide abpunktiert (Follikelpunktion). Um Ihnen diesen Eingriff zu erleichtern, wird Ihnen entweder ein Schmerz- oder Beruhigungsmittel oder eine schwache Narkose verabreicht. An dem Tag der Eizellentnahme muß auch der Partner zur Spermabgabe mit anwesend sein. Nach etwa  3 Stunden können Sie wieder nach Hause gehen.


Embryotransfer


Ist im Nährmedium mindestens ein Embryo herangereift, wird dieser über einen dünnen, biegsamen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingespült. Diese Übertragung ist fast immer schmerzlos. Pro Transfer werden maximal drei Embryonen übertragen.
Ob Ihr Mann beim Embryotransfer dabei sein möchte, sollten Sie gemeinsam entscheiden.


Gelbkörperphase/2. Zyklushälfte


Nun beginnt die lange Zeit des Wartens, die oft schwierig zu ertragen ist, weil sie mit großer innerer Anspannung und Unruhe verbunden sein kann. Auch wenn es schwer fällt, versuchen Sie, sich abzulenken und ein "normales Leben" zu führen. Körperlich sollten Sie sich etwas schonen und eine starke Temperaturerhöhung oder Kreislaufbelastung vermeiden; dies beinhaltet Saunabesuche, heiße Wannenbäder bzw. intensive Sonnenbäder und extreme sportliche Aktivitäten. Medikamentös wird die 2. Zyklushälfte  durch hCG-Spritzen oder durch Progesterongaben (Vaginalkügelchen) unterstützt. Zwei Wochen nach dem Embryotransfer wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Sollte dieser positiv sein und die Periode weiterhin ausbleiben, erfolgt etwa drei Wochen später eine Ultraschalluntersuchung zur klinischen Bestätigung der Schwangerschaft.