Kinderwunschzentrum Chemnitz - Leipzig

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 14.12.2008

Sachsen will Kinderwunsch-Behandlung unterstützen

Dresden. Sachsen will als erstes Bundesland Kinderwunsch-Behandlungen von Ehepaaren finanziell unterstützen. Mit dem am Mittwoch verabschiedeten Haushalt stehen dafür 1,1 Millionen Euro pro Jahr bereit. „Wir werden die Zuwendungen über ein bürgerfreundliches und unkompliziertes Antragsverfahren vergeben. Denn Paare in dieser Situation haben andere Probleme als erneute Formulare“, sagte Sozialministerin Christine Clauß (CDU) am Donnerstag im Landtag. Die Regelung ist vor allem für Paare mit geringem Einkommen gedacht. Clauß verwies darauf, dass viele den heute erforderlichen Eigenanteil nicht tragen können.

Mit der Gesundheitsreform war 2004 die Finanzierung der künstlichen Befruchtung geändert worden. Seitdem tragen Krankenkassen nur noch bei drei Versuchen die Hälfte der Kosten. Vorher wurden das komplett bezahlt. Eine Behandlung kostet zwischen 3000 und 4000 Euro. Bei drei Anläufen haben Paare also bis zu 6000 Euro selbst aufzubringen. Nur 16 von 100 Frauen werden dabei schwanger. Laut Statistik bleibt in Deutschland jedes siebte Ehepaar kinderlos. Clauß rechnete vor, dass als Folge der geänderten Finanzierung in Deutschland jährlich rund 6000 Kinder weniger geboren werden.

Die Fraktionen von Linken, Grünen und Liberalen kritisierten am Donnerstag, dass die finanzielle Hilfe nur für Ehepaare gilt. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken, Caren Lay, warf der CDU ein „antiquiertes Familienbild“ vor. Die Grünen verlangten zudem eine psychosoziale Beratung der Betroffenen. Entsprechende Änderungsanträge fielen aber durch. Auf Bundesebene laufen inzwischen Bemühungen, Ehepaare wieder von einer Mitfinanzierung bei künstlicher Befruchtung zu befreien.

dpa
© LVZ-Online, 12.12.2008, 21:21 Uhr

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